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Der Eigentümerwechsel scheint perfekt!

Der Eigentümerwechsel scheint perfekt zu sein. Bereits seit Mitte Februar haben der Handelsriese Metro und das deutsch-russische Konsortium, bestehend aus dem Immobilienriesen x+Bricks und dem Investor SCP Group, entsprechende Verträge unterzeichnet. Zum 25. Juni  nun wechseln alle Real-Filialen den Besitzer. Damit wäre der Deal endgültig unter Dach und Fach. „An diesem Tag wird die SCP Group alleiniger Eigentümer des stationären Real-Geschäftes, des Digitalgeschäfts inkl. des Online-Marktplatzes real.de, von 80 Immobilien sowie aller zu Real gehörenden Gesellschaften“, sagt Patrick Kaudewitz, Vorsitzender des Verwaltungsrats von SCP Retail Investments.

Die Marke „real“ verschwindet nicht ganz von der Bildfläche

Trotz der Zerschlagung ist geplant, dass eine bestimmte Anzahl an Filialen auch in den nächsten Jahren weiterbetrieben werden soll. Somit verschwindet die Marke „real“ nicht vollständig aus dem Fokus. Doch wie viele von den bisher 276 Filialen letztendlich unter der Dachmarke Real weitermachen, ist unklar. Gerüchten zufolge sollen es 50 Filialen werden. Mit der für Ende Juni avisierten Übernahme wird zunächst auch „nur“ der Grundstein für die Zerschlagung des Filialnetzes durch SCP Retail Investment gelegt.

Die Zerschlagung folgt einer definierten Kategorisierung

Wie das Verbraucherportal Chip 365 unlängst berichtete, erfolgt die Zerschlagung des Filialnetzes auf Basis einer bereits feststehenden Kategorisierung. Hiernach werden bestehende Märkte in drei Kategorien aufgeteilt. Kategorie 1 beispielsweise definiert sich dadurch, dass das operative Geschäft dieser Filialen auch weiterhin durch die Real GmbH erfolgt. Dazu sind bereits Strategien erstellt und auch Manager an Board geholt worden.

Ein Großteil der Filialen geht an die Konkurrenten von Real (Kategorie 2). Unter den möglichen Käufern sind EDEKA, Kaufland und REWE. Während EDEKA und Kaufland etwa 140 Filialen kaufen wollen, interessiert sich REWE vielmehr um Mietverträge von etwa 20 Real-Filialen. Keiner der betroffenen Händler will sich hierzu momentan öffentlich äußern.

Knapp 60 Filialen bleiben dann noch übrig (Kategorie 3). Auch dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Aus Unternehmenskreisen heißt es, dass man die Verkaufsflächen von Real in kleinere Mini-Malls umwandeln könnte. Dort würden dann Tierbedarfsfirmen, Drogerien, Discounter und Ärzte einziehen können. Auch ein Großteil der Mitarbeiter soll von den neuen Käufern übernommen werden.

Sorge um Monopolbildung durch EDEKA, Kaufland oder REWE

Der Eigentümerwechsel scheint perfekt zu sein, dennoch wird sich die Zerschlagung an sich noch über mehrere Jahre hinziehen. Denn die Wettbewerbshüter müssen je Einzelfall entscheiden, ob die einzelnen Händler Real übernehmen dürfen. Besonders auf dem Land scheint die Sorge groß, dass EDEKA, Kaufland oder REWE etwa ein Monopol aufbauen könnten.