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Handel vereinheitlicht Haltungskennzeichnung

Der Handel vereinheitlicht Haltungskennzeichnung von Fleisch unter dem Begriff „Haltungsform“. Sie ist grundsätzlich vereinbar mit geplanter Staatlicher Tierwohlkennzeichnung und wird über die Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH organisiert. Es ist neues Siegel, sondern eine transparente Darstellung der Haltungsformen zur direkteren Erkenung durch die Verbraucher.

Was zeigt die Kennzeichnung „Haltungsform“ an?

Die in der Initiative Tierwohl (ITW) engagierten Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) kennzeichnen Fleisch nach dem einheitlichen System „Haltungsform“. Seit April 2019 werden verpackte Produkte schrittweise mit der Kennzeichnung eingeführt. Die „Haltungsform“ gibt auf der Verpackung von Fleisch einen Überblick darüber, wie Tiere, von denen das Fleisch des jeweiligen Produktes stammt, gehalten wurden. Das System besteht aus vier Stufen und ordnet bestehende Qualitäts-, Tierwohl- und Biosiegel für Schweine, Geflügel und Rinder in diese Stufen ein. Die Organisation des Kennzeichnungssystems erfolgt über die Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH. Diese ist auch Trägerin der Initiative Tierwohl. Alexander Hinrichs von der Gesellschaft sagte hierzu im ZDF-Magazin WISO:  „Es ist kein neues Prüfprogramm, es ist kein neues Label, sondern es ist eine Einordnung, ein Rahmen für die bestehenden Programme. So hat der Verbraucher die Möglichkeit zu erkennen, wie die Tiere gehalten wurden. Es ist ein großer Schritt in Richtung Transparenz und  Entscheidungsbewusstsein für den Verbraucher.“

Wie kam es zu der Einführung von „Haltungsform“

Einige Lebensmitteleinzelhändler haben 2018 eigene Systeme zur Kennzeichnung von Fleisch eingeführt. Im Dialog mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) haben sich die Unternehmen bereits im Mai 2018 dazu bereit erklärt: Der Handel vereinheitlicht die Haltungskennzeichnung. Damit kommt der Handel dem Verbraucherwunsch nach mehr Erkennbarkeit und Transparenz nach. Mit der „Haltungsform“ schafft der Handel jetzt ein einheitliches und unternehmensübergreifendes System. Dieses System der „Haltungsform“ ist so konzipiert, dass es grundsätzlich vereinbar ist mit der geplanten staatlichen Tierwohlkennzeichnung.

Was bedeuten die Stufen der „Haltungsform“-Etiketten?

Das neu geschaffene Kennzeichen der „Haltungsform“ markiert in einem vierstufigen System jeweils, nach welcher Haltungsform die Tiere gehalten wurden. Die 1. Stufe „Stallhaltung“ entspricht dabei den gesetzlichen Anforderungen bzw. dem QS- oder einem vergleichbaren Standard. Fleisch, das mit Stufe 2 „Stallhaltung plus“ gekennzeichnet ist, muss darüber hinaus aus einer Haltung mit höheren Tierwohlstandards wie etwa mindestens 10 Prozent mehr Platz im Stall und zusätzlichem Beschäftigungsmaterial stammen. Stufe 3 „Außenklima“ fordert für die Tiere unter anderem noch mehr Platz und Frischluft-Kontakt. Bei Stufe 4 „Premium“ haben die Tiere noch mehr Platz und müssen zwingend Auslaufmöglichkeiten haben. Biofleisch wird in diese Stufe eingeordnet.

Fazit

Die Haltungsform ist kein neues Tierwohl-Siegel, sondern ordnet für den Verbraucher alle bestehenden Tierwohlprogramme in einem vierstufigen System ein und kennzeichnet, nach welchem Standard das Tier gehalten wurde. Die Kennzeichnung werden Verbraucher auf Verpackungen bei ALDI Nord, ALDI SÜD, EDEKA, Kaufland, LIDL, Netto Marken-Discount, PENNY und REWE finden. Die „Haltungsform“ steht weiteren Unternehmen offen. Vollständige Informationen zu den Kriterien der einzelnen Stufen erhalten.